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Paulina Lanzerotti kennt eine Erfahrung, die in der Gegenwartsliteratur selten aus unmittelbarer Nähe beschrieben wird: Ausbeutung durch Zeitarbeitsfirmen und den Takt des Fließbands, das alle 36 Sekunden neue Teile ausgibt. Ihr Blick auf die deutsche Wirtschaft ist geprägt von körperlicher Anstrengung und dem Versuch, sich den Abläufen und Rhythmen der Fabrik anzupassen. Die Gedichte machen Arbeitsroutinen, Erschöpfung und soziale Hierarchien ebenso spürbar wie die kleinen Gesten der Nähe und Solidarität unter migrantischen Arbeiterinnen und Arbeitern, festgehalten mit dem scharfen Blick einer einfühlsamen Lyrikerin.
Über die Autorin
Paulina Lanzerotti, geboren 1982 in Montenegro, studierte Architektur in Zagreb. Sie arbeitete zeitweise in Deutschland, unter anderem in der industriellen Fabrikarbeit. Diese Erfahrung wurde zentral für ihr Werk. Ihre Texte beschäftigen sich häufig mit Migration, prekärer Arbeit, Feminismus und Entfremdung. Sie lebt zwischen den Kulturräumen des ehemaligen Jugoslawiens und Deutschland.
Übersetzt von Marie Alpermann und Edina Čović
Made in Germany entstand mit der finanziellen Unterstützung des Programms Kreatives Europa der Europäischen Kommission und des Kroatischen Ministerium für Kultur und Medien.
Übersetzt aus dem Mazedonischen von Benjamin Langer
»Gegen die Logik des Vernichtens setzt Parmakovska die weibliche
Kraft des Anfangs – wörtlich wie metaphorisch.«
– Slavica Sviderska
In Lidija Dimkovskas bildstarker Lyrik findet scheinbar Unvereinbares leicht zusammen. Indem sie mit den Erwartungen der Leser:innen bricht, schärft sie ihren Blick für das, was hinter den Worten steht. Prägnant, drastisch und einfühlsam, voller Witz und mit bitterem Ernst widmen sich ihre Gedichte unbequemen Wahrheiten, sowohl historischen als auch aktuellen, sie erzählen Geschichten des Zerfalls, der Zugehörigkeit und des Zwischenmenschlichen.
Über die Autorin
Lidija Dimkovska, geboren 1971 in Skopje, lebt und arbeitet als Dichterin, Prosaistin und Übersetzerin in Ljubljana. Sie veröffentlichte bisher sieben Gedichtbände, vier Romane sowie einen Erzählband und ein Kinder- und Jugendbuch. Ihre Werke wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt und mehrfach preisgekrönt, u. a. mit dem Hubert-Burda-Preis 2009 und dem Literaturpreis der Europäischen Union 2013. Grenzsituation wurde 2021 in Nordmazedonien mit dem Brüder-Miladinov-Preis für den besten Gedichtband ausgezeichnet.
Übersetzt aus dem Mazedonischen von Alexander Sitzmann
Grenzsituation entstand mit der finanziellen Unterstützung durch das Programm Kreatives Europa der Europäischen Kommission.